Andreas Weinreich

Steuerberater und Rechtsanwalt

Fachanwalt für Steuerrecht

Testamentsvollstrecker

Landwirtschaftliche Buchstelle

Gottlieb-Daimler-Straße 5, 88696 Owingen

Tel.: 07551/ 834 84-10

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Steuerklassenrechner


Welche Optionen gibt es für verheiratete Paare?

Beziehen beide Eheleute/Lebenspartner Arbeitslohn, können sie beim Lohnsteuerabzug zwischen zwei Steuerklassenkombinationen und dem Faktorverfahren wählen. Grund dafür ist, dass Ehegatten zwar grundsätzlich gemeinsam besteuert werden, beim Lohnsteuerabzug eines Arbeitnehmers aber nur dessen eigener Arbeitslohn zugrunde gelegt werden kann. Erst wenn die Arbeitslöhne beider Ehegatten nach Ablauf des Jahres bei der Abgabe einer Einkommensteuererklärung zusammengeführt werden, ergibt sich die zutreffende Jahressteuer. Es lässt sich deshalb nicht vermeiden, dass im Laufe des Kalenderjahres zu viel oder zu wenig Lohnsteuer einbehalten wird. Mit der richtigen Steuerklassenkombination bzw. dem Faktorverfahren kann man dem Jahresergebnis allerdings möglichst nahe kommen.

  1. Die Steuerklassenkombination III/V ist so gestaltet, dass die Summe der Steuerabzugsbeträge für beide Ehegatten in etwa der gemeinsamen Jahressteuer entspricht, wenn der Ehegatte mit Steuerklasse III 60 % und der Ehegatte mit Steuerklasse V 40 % des gemeinsamen Arbeitseinkommens erzielt. Der Vorteil: Der Besserverdienende hat in Steuerklasse III deutlich weniger Abzüge. Der Nachteil: Je größer die Schere zwischen den beiden Gehältern ist, desto höher ist am Ende des Jahres meist auch die Steuernachzahlung. Denn in Steuerklasse V wird dann über das Jahr hinweg zu wenig Lohnsteuer einbehalten, die dann am Ende des Jahres nachgefordert wird.
  2. Um eine Steuernachzahlung aus der Steuerklassenkombination Steuerklasse III und Steuerklasse V zu vermeiden, sollten Ehepaare die Steuerklasse IV mit Faktor wählen. Durch den Faktor berücksichtigt das Finanzamt den Splittingvorteil bereits während des Jahres.
  3. Verdienen die Ehepartner annähernd gleich viel, bietet sich eine Kombination aus Steuerklasse IV und IV an.

Bei der Wahl der Steuerklassen müssen Ehegatten bedenken, dass diese auch die Höhe von Entgelt-/Lohnersatzleistungen wie beispielsweise Arbeitslosengeld I, Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung, Krankengeld, Versorgungskrankengeld, Verletztengeld, Übergangsgeld, Mutterschaftsgeld und Elterngeld oder die Höhe des Lohnanspruchs bei der Altersteilzeit beeinflussen kann. Wechseln Ehegatten im Laufe des Kalenderjahres die Steuerklassen oder wählen sie das Faktorverfahren, können sich bei der Zahlung von Entgelt-/ Lohnersatzleistungen, z. B. wegen Arbeitslosigkeit eines Ehegatten, oder der Höhe des Lohnanspruchs bei Altersteilzeit unerwartete Auswirkungen ergeben. Ist damit zu rechnen, dass in absehbarer Zeit Entgelt-/ Lohnersatzleistungen in Anspruch genommen werden müssen, oder solche bereits bezogen werden bzw. wird die Altersteilzeit begonnen, sollte daher vor der Neuwahl der Steuerklassenkombination zu deren Auswirkung auf die Höhe der Entgelt-/ Lohnersatzleistungen der zuständige Sozialleistungsträger bzw. zur Höhe des Lohnanspruchs bei Altersteilzeit der Arbeitgeber befragt werden.

Unser Steuerklasse-Rechner gibt Ihnen einen schnellen Überblick über eine passende Kombination für Sie und Ihren Ehepartner:

Wann muss ich meine Steuerklasse ändern?

Wenn sich die eigenen Familienverhältnisse ändern, wird auch die Steuerklasse angepasst. Das ist der Fall wenn

  • Sie heiraten.
  • Sie sich von Ihrem Ehepartner trennen oder geschieden werden.
  • Ihr Ehepartner stirbt.
  • Sie als Alleinstehende ein Kind bekommen.
  • Sie zusätzlich zu Ihrem Hauptberuf einen Nebenjob annehmen, für den Sie eine zweite Lohnsteuerkarte brauchen.

Hinweis bei Eheschließung:

In den Fällen einer Eheschließung wird Ihnen und Ihrem Ehegatten im neuen elektronischen Verfahren der ELStAM (Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale) zunächst automatisch die Steuerklasse IV zugeteilt, selbst wenn ein Ehepartner gar keinen Arbeitslohn bezieht. Soll bei Ihnen die Steuerklasse III berücksichtigt werden, muss beim zuständigen Wohnsitzfinanzamt ein Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartner beantrag werden.

 

Welche Steuerklasse gilt für wen?

Wer arbeitet, zahlt Lohnsteuer. In welcher Höhe hängt von der Steuerklasse ab. In Deutschland gibt es insgesamt sechs Steuerklassen.

Die Steuerklasse richtet sich in erster Linie nach dem Familienstand. Alleinstehenden ordnet das Finanzamt automatisch die Steuerklasse I zu. Alleinerziehende sind in Steuerklasse II und bekommen dort einem höheren Entlastungsbetrag. Ehepaare können zwischen verschiedenen Steuerklassen wählen. Wer mehrere Jobs hat, bekommt ab dem zweiten Job automatisch die Steuerklasse VI zugeordnet.

Steuerklasse I

  • Alleinstehende
  • Verheiratete, die dauernd getrennt lebend sind oder ein Ehegatte im Ausland wohnt
  • Verwitwete, nach Ablauf des Kalenderjahres, das auf das Kalenderjahr des Todes folgt

Steuerklasse II

  • Alleinerziehende

Steuerklasse III

  • Verwitwete, im Jahr des Todes und des darauffolgenden Kalenderjahres
  • Verheiratete, wenn der Ehegatte die Steuerklasse V gewählt hat, oder der Partner nicht arbeitet bzw. selbstständig ist

Steuerklasse IV

  • Verheiratete, wenn der Ehepartner ebenfalls die Steuerklasse IV wählt oder der Ehegatte selbständig ist

Steuerklasse V

  • Verheiratete, wenn der Ehepartner die Steuerklasse III wählt

Steuerklasse VI

  • Ledige und Verheiratete, die nebeneinander von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn beziehen oder Sie dem Arbeitgeber die Lohnsteuerabzugsmerkmale mitteilen müssten und dies nicht tun

Wofür gibt es die Steuerklassen?

Für den Lohnsteuerabzug werden Arbeitnehmer in verschiedene Steuerklassen eingereiht. Durch die Einordnung in Steuerklassen wird erreicht, dass die unterschiedlichen Einkommenstarife der Grund- und Splittingtabelle sowie die verschiedenen Frei- und Pauschbeträge in die Lohnsteuertabelle bereits eingearbeitet werden können, was den Lohnsteuerabzug durch den Arbeitgeber wesentlich erleichtert. Der Arbeitgeber ist an die für den Arbeitnehmer gebildete Steuerklasse gebunden, selbst wenn sie falsch sein sollte. Er muss den Arbeitnehmer zur Änderung der Steuerklasse an das Finanzamt verweisen.

Wie funktioniert das Ehegattensplitting?

Das Finanzamt zählt das Jahreseinkommen von Ehemann und Ehefrau zusammen. Steuerlich wird das Ehepaar jetzt in der Regel gemeinsam als ein Steuerpflichtiger behandelt.

  • Die Beamten halbieren den Betrag und berechnen für diese eine Hälfte die Einkommensteuer.
  • Die errechnete Einkommensteuer wird verdoppelt - das Ergebnis ist die Einkommensteuer, die ein Ehepaar zahlen muss.
  • In der Regel zahlen Ehepaare mit dem Ehegattensplitting weniger Steuern, als wenn jeder von beiden die Einkommensteuer einzeln berechnen lässt.

Wie kann ein Ehepaar seine Steuerklasse wechseln?

Ehegatten/Lebenspartner, die beide in einem Dienstverhältnis stehen, können im Laufe des Kalenderjahres grundsätzlich einmal, und zwar spätestens bis zum 30. November beim zuständigen Finanzamt die Steuerklasse wechseln. Die Wahl des Faktorverfahrens gilt auch als Steuerklassenwechsel.

Möchten Sie im Jahr der Eheschließung einen entsprechenden Antrag auf Berücksichtigung einer anderen Steuerklasse als der im neuen elektronischen Verfahren der ELStAM zunächst automatisch zugeteilten Steuerklasse IV stellen, geht dadurch Ihr Recht auf den jährlichen Wechsel der Steuerklassenkombination nicht verloren.

Ein weiterer Wechsel der Steuerklasse für dasselbe Kalenderjahr ist in einigen Ausnahmefällen möglich:

  • wenn ein Ehegatte verstorben ist oder keinen steuerpflichtigen Arbeitslohn mehr bezieht,
  • wenn sich die Ehegatten auf Dauer getrennt haben oder
  • wenn nach Arbeitslosigkeit wieder ein Arbeitsverhältnis besteht.

1. Verfahrensablauf
2. Erforderliche Unterlagen
3. Frist/Dauer

1.    Verfahrensablauf


Der Antrag Steuerklassenwechsel wird beim zuständigen Wohnsitzfinanzamt gestellt. In den Fällen, in denen beide Ehegatten von der Änderung betroffen sind, wie beispielsweise bei einer Heirat oder des Faktorverfahrens, müssen beide Ehegatten den Antrag gemeinsam stellen und unterschreiben.


2.    Erforderliche Unterlagen

Identitätsnachweis (z. B. Personalausweis oder Reisepass)
Dokument, aus dem sich die Eheschließung oder Verpartnerung ergibt (z. B. beglaubigte Abschrift aus dem neuen Familienbuch oder beglaubigte Heiratsurkunde, Urkunde über eingetragene Lebenspartnerschaft)

Antrag auf Steuerklassenwechsel

3.    Frist/Dauer

Der Steuerklassenwechsel kann nur mit Wirkung vom Beginn des auf die Antragstellung folgenden Monats vorgenommen werden. Mit der Umstellung auf das elektronische ELStAM-Verfahren gelten zwar die bisherigen Steuerklassenkombinationen weiter. Allerdings muss beim Faktorverfahren der Faktor jährlich neu beantragt werden.